Der Anfang
Natürlich beginnen wir am Anfang und zwar im letzten Jahrhundert am 25. Mai 1946 als ich in Rotterdam geboren wurde. Ich war der Mittlere von drei Geschwistern. Meine Schwester Irma wurde vor mir im Jahre 1943 geboren und Marianne nach mir im Jahre 1948. So zu sehen bin ich gerade noch ein Nachkriegskind. Unsere Familie war Mitglied in der Freien Evangelischen Gemeinde in der Jan van Looslaan. Mein Vater hatte einen Schuhmacherbetrieb in Rotterdam-Delfshaven . Oberhalb des Ladens wohnten wir bis 1953. In 1953 zogen wir nach Rotterdam-Schiebroek und wurden Mitglieder der Reformierten Kirche. Dass meine Eltern musikalisch waren ist wohl aus den folgenden Fotos von 1949 ersichtlich. Das Harmonium war der Mittelpunkt unserer Familie.

Gezin van Esch - 1949
Meine Mutter, Marianne, ich, mein Vater und Irma ( 1949 )

Dass die Musik nicht nur so aus dem Himmel viel, zeigen drei Generationen der Esch-Familie. Mein Grossvater führt diese Reihe an. Er war ein grosser Liebhaber der Orgel und bearbeitete unter anderem vier Chorale für die Orgel. 
Meine Grossmutter stand dem mit nichts nach...........

Oma van Esch-1958
Oma van Esch ( 67 Jahre ) - 1958

Pa-1946- aan het harmonium
Meine Vater - Pa van Esch ( 28 Jahre ) - 1946
Cor en Marianne - Kerst 1958
Ich ( 12 Jahre ) und meine Schwester Marianne ( 10 Jahre ) - Weihnachten 1958
Irma - piano
Meine Schwester Irma ( 21 Jahre ) mit der Katze auf dem Klavier - 1963
Es bedarf eigentlich keiner weiteren Erläuterung, dass Musik unsere Familie im täglichen Leben begleitete. Sie wurde mir praktisch mit in die Wiege gelegt. Aber nicht nur Orgelmusik. Musik von Strauss und James Last (meine Mutter), Chopin ( meine Schwester Irma ) und Radio Veronica ( meine Schwester Marianne ) wurden regelmässig in unserem Hause gehört. Ausser mein Vater befand sich in der Nähe dann durfte kein Radio Veronica gehört werden. In unser Elternhaus kamen auch zahlreiche Freunde, vor allem Liebhaber der Orgelmusik und Organisten sowie Cellisten und Dirigenten. Mit ihnen war jedes Wochenende eine Bereicherung, Humor und Ernst wechselten sich ab. Dies war für unsere Familie sehr wertvoll. Die Jahre hindurch wurde unser Familienleben wiederholt von Enttäuschungen heimgesucht. Die Musik, die Verbundenheit schaffte, war eine bedingungslose Basis für unser zukünftiges Leben. 

Insbesondere meine Mutter war als Inspiration für mich von unschätzbarem Wert. Sie konnte so intensiv die Musik geniessen, dass es für mich ein weiterer Grund war, um an mir zu arbeiten und das aller beste aus mir herauszuholen. 

Aber nicht allein unser Familienleben war von grossem Einfluss auf meine musikalische Entwicklung. 

Auch zwei Meister aus der Orgelwelt haben mir ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt. Ich habe es dann über den legendären Organist Feike Asma und den ebenbürtigen Organist Karl Richter aus Deutschland.

feike Asma
Feike Asma ( 1912 - 1984 )
Karl Richter
Karl Richter ( 1926 - 1981 )

Das erste mal, dass ich sie spielen hörte war mittels einer Grammophonplatte. Es war an einem Nikolausabend etwa im Jahre 1956. Mein Vater hatte vom Nikolaus eine Singel-Platte bekommen. Wahrscheinlich überhaupt die erste Singel-Aufnahme – oder wenigstens die erste Singel von Feike Asma aus der Oude Kerk in Amsterdam – mit dem Stück Toccata in F von Jules Grison und auf der Rückseite Cantilene von Joseph Rheinberger. Als ich diese Platte hörte war ich überwältigt vom Klang der Orgel, die durch Asma’s Spiel zu Leben erwachte. Und dies ist allzeit so geblieben. 

Einige Jahre später kam unser Hausfreund Bert van Mourik, Dirigent des I.J.E. Chor’s in Overschie, mit etwas ganz Besonderem. Es handelte sich um drei LP’s mit den Orgelkonzerten von Händel. Diese wurden von Karl Richter gespielt der gleichzeitig auch noch das Münchener Bach Orchester dirigierte. Karl Richter war Organist der St. Markuskirche in München. Die virtuose Technik und das zur Kenntnis nehmen der Konzerte öffnete mir Türen zu einer völlig neuen Orgelwelt

Ein grösserer Kontrast zwischen diesen beiden Künstlern ist beinahe nicht denkbar, aber gerade deshalb unglaublich faszinierend um beider Werke zu sehen und zu hören. Für mich bildeten diese Menschen den roten Faden – oder anders gesagt die Basis – in meinem Orgelspiel.

Diese Site macht sich nicht  zur Aufgabe,  zu ausführlich in die Arbeit dieser Musiker einzugehen. Im Internet steht mehr als genug Information über sie zur Verfügung.

Und nun wollen wir uns auf den Weg machen, um eine Orgel tatsächlich „sprechen“ zu lassen.

engeltje